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Noch ein Viertele, bitte!

Stuttgart für Genießer

Das kulinarische Angebot der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist groß: Von kulinarischen Hochgenüssen und bodenständigen Köstlichkeiten über wohlmundende Weine und erfrischende Biere bis hin zu informativen Rundgängen im Weinbaumuseum und spannenden Brauereiführungen – hier bleibt garantiert kein Wunsch offen.

23 Sternerestaurants gibt es in der Region Stuttgart, acht davon in der Landeshauptstadt selbst. Neben regionalen Köstlichkeiten ist unter anderem auch die asiatische oder französische Küche vertreten. Das Angebot reicht von traditionell, klassisch und gehoben bis hin zu kreativ und modern. Eine kleine Auswahl: Die Wielandshöhe setzt auf Bio und artgerechte Tierhaltung, das Yosh kann mit Weinkeller und Cigar-Lounge punkten und die Speisemeisterei ergänzt ihr Angebot durch Themenabende oder Kunstausstellungen, die auf die Menüs abgestimmt sind.

Nicht mit einem Stern ausgezeichnet, aber ausgezeichnet gut ist die schwäbische Hausmannskost. Neben „Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle“ zählen auch andere typische Gerichte wie „Herrgottsb’scheißerle“ (Maultaschen), „Gaisburger Marsch“ (Eintopf mit Kartoffeln, Spätzle und Würstchen) oder „Ofenschlupfer“ (Süßspeise mit Vanillesoße) zu den regionalen Spezialitäten. Diese können sowohl in den schwäbischen Restaurants, als auch in den temporären Besenwirtschaften genossen werden. Berühmt sind sie nicht nur wegen ihrem Erkennungsmerkmal, dem Besen über der Eingangstüre, sondern auch für ihre selbstgemachten Weine.

Schwer fällt die Auswahl des guten Tropfens vor allem auf dem Stuttgarter Weindorf im Spätsommer. Bei rund 500 verschiedenen Württemberger Weinen, die die Einheimischen gerne in 250 ml Gläsern als sogenanntes „Viertele“ bestellen und 125 gemütlichen Weinlauben wäre Bacchus höchstpersönlich auf Wolke Sieben. Das knapp zweiwöchige Weinfest findet alljährlich auf dem Markt- und Schillerplatz, wie auch in der Kirchstraße statt. Schwäbische Spezialitäten und internationale Delikatessen, ein buntes Musikprogramm sowie eine einzigartige Atmosphäre runden das Fest ab. Da verwundert es nicht, wenn die Weindorf-Gänger nach dem ein oder anderen Gläschen sagen: Noch ein Viertele, bitte!

Nach dem Weindurst kommt der Wissensdurst. Stillen kann man ihn in einem Fachwerkbau aus dem Jahre 1907, dem Weinbaumuseum Stuttgart. Hier in der Uhlbacher Alten Kelter sind 2000 Jahre Weinbaugeschichte untergebracht. Während einem Rundgang durch das Haus können Besucher unter anderem historische und zeitgenössische Weinbautechniken kennen lernen, charakteristische Fruchtaromen aus dem Bukett der Weine erschnuppern oder herausfinden, was es mit dem schwäbischen Begriff „Bodagfährtle“ auf sich hat. Das Weinbaumuseum Stuttgart kann auch im Rahmen einiger der vielen Weintouren der Stuttgart-Marketing GmbH besichtigt werden. Hier reicht das Angebot von der klassischen Weinprobe bis hin zu einer Kombination aus Streifzug im Grünen und Museumsrundgang. Anschließend lädt die hauseigene Vinothek zum Verweilen und Genießen ein.

Nicht nur mit Wein, sondern auch mit Bier prostet man sich in Stuttgart zu. In Strömen sprudelt der Gerstensaft jedes Jahr beim Cannstatter Volksfest auf dem Wasen. Hier locken rasante Fahrgeschäfte und bunte Essensbuden jeden Herbst rund vier Millionen Besucher an. Natürlich dürfen auch die zehn Festzelte nicht fehlen, die ihre Gäste während des dreiwöchigen Rummels mit Bier, regionaler Küche und fetzigem Bühnenprogramm verwöhnen.

Ebenso wie die Weinkelterei, so wird auch die Bierherstellung in der Landeshauptstadt als Wissenschaft betrieben. Im Rahmen einer Brauereiführung des Hauses Dinkelacker-Schwaben Bräu kann der Herstellungsprozess von Anfang bis Ende, von Hopfen bis Malz nachvollzogen werden. Die zweistündige Besichtigung erstreckt sich über weite Teile des Geländes und fordert von ihren Teilnehmern neben Tast- und Geruchssinn natürlich auch den Geschmackssinn ein. Noch näher am fertigen Produkt ist der Besucher nur noch bei einer Bierverkostung. Ausgewählte Brauereigaststätten in der Innenstadt laden zu Bierverkostungen ein.

Für eine kleine Stärkung nach der kühlen Erfrischung, ist eine Brezel genau das Richtige. Das salzige Laugengebäck entstand einer schwäbischen Sage nach aus der Not heraus: Der erste Herzog von Württemberg, Graf Eberhard im Barte, drohte einem frevelhaften Bäcker mit der Hinrichtung, sollte dieser nicht ein Gebäck erfinden, durch das die Sonne drei Mal scheint. Inspiriert von seiner Frau, die mit verschränkten Armen vor ihm stand, gelang dem Bäcker das scheinbar Unmögliche. Traditionell wird die Brezel in einem von vier sogenannten Brezelkörbchen, einem Ein-Quadratmeter-Häuschen mitten auf der Königstraße erworben. Sie ist aber auch bei jedem Bäcker im Angebot und schmeckt am besten frisch aus dem Ofen!

Die Markthalle Stuttgart rundet das kulinarische Profil der schwäbischen Genussmetropole ab. Der lichtdurchflutete Jugendstilbau mit seiner einzigartigen Atmosphäre feierte 2014 sein einhundertjähriges Bestehen. Ausgewählte Spezialitäten aus aller Herren Länder, drei Gastronomiebetriebe sowie zahlreiche Probierstände erfreuen an sechs Tagen der Woche die Besucher und vermitteln pure Lebensfreude. Die Markthalle Stuttgart – ein Kurzurlaub im Süden.

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