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Starke Kontraste

Museen in der Region Stuttgart

Große Kunst gibt es nicht nur in großen Städten. Die Museen der Region Stuttgart zeigen Volkskunde, klassische Moderne, Skulpturen, Literatur und auch ihre Schokoladenseite.

Waldenbuch. In dem Städtchen südlich von Stuttgart befindet sich eine Außenstelle des Landesmuseum Württemberg. Das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch ist das größte Volkskundemuseum im deutschsprachigen Raum. Im Fokus der 2.500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche steht das Leben, vermittelt durch Alltagsobjekte vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Die Fotoausstellung Nebenan. Die Nachbarschaften der Lager Auschwitz I-III beschäftigt sich noch bis 8. Mai 2022 durch Fotografien und Texte mit der Frage, wie Ausschwitz und Alltag zusammenpassen. „Quadratisch. Praktisch. Kunst.“ So könnte der Slogan für das Museum Ritter lauten. Direkt neben der Schokoladenfabrik von Ritter Sport gelegen, präsentiert es optische Leckerbissen. Denn die Sammlung von Marli Hoppe-Ritter beschäftigt sich mit dem Quadrat und dessen künstlerischer Darstellung im 20. und 21. Jahrhundert. Noch bis 24. April 2022 widmet sich die Ausstellung Kein Tag ohne Linie. Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter mit über 80 Werken der Linie – dem Ursprung einer jeden künstlerischen Idee. 

Schwäbisch Hall. Die Kunstsammlung des Unternehmers Reinhold Würth aus den 1960er Jahren bildete den Grundstein der Sammlung Würth, die heute über 18.500 Kunstwerke umfasst. Akzente liegen auf Skulpturen, Malerei und Grafiken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Klassische Moderne ist durch Arbeiten von namenhaften Künstlern wie Max Beckmann, Edvard Munch, Emil Nolde und vielen anderen vertreten. Ganze Werkblöcke gibt es von Künstlern wie Georg Baselitz, Christo und Jeanne-Claude. In der Kunsthalle Würth werden der Öffentlichkeit Teile dieser Sammlung in wechselnden Ausstellungen präsentiert. Der Neuzugang Les Loisirs (Die Freizeit) von Fernand Léger regte die Sammlungsausstellung Sport, Spaß und Spiel an, die bis 26. Februar 2023 in der Kunsthalle Würth zu sehen ist. Sie widmet sich den Vergnügungen wie Überforderungen, die Freizeit mit sich bringt. Die Johanniterkirche zeigt als Dauerpräsentation die Alten Meister der Sammlung Würth. Den Kernbestand bildet der ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz, den die Familie Würth im Jahr 2003 erworben hatte. Sie enthält Werke von Lucas Cranachs d. Ä. und zahlreiche Tafelbilder des Meisters von Meßkirch. 

Künzelsau. Das Museum Würth in Künzelsau, das ebenfalls auf die private Kunstsammlung von Reinhold Würth zurückgeht, zeigt in wechselnden Ausstellungen die Werke aus der Sammlung Würth. Die Ausstellung Ugo Dossi: Zeichen wurde vom Künstler einmalig auf die Räumlichkeiten hin konzipiert und lädt vom 22. Januar bis 3. Juli 2022 zu einer „immateriellen Reise nach Ägypten“ ein, in eine Welt voller Zeichen und Wunder.  

Waiblingen. Der Schwerpunkt der Galerie Stihl liegt auf Papierarbeiten, von der klassischen Zeichnung über Comic bis hin zum digitalen Entwurf. Jährlich zeigen verschiedene Wechselausstellungen klassische Arbeiten auf Papier von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, Massenproduktionen wie Karikaturen und Plakate sowie Zeichnungen zu Architektur, Design und Technik. Die Ausstellung Gunter Sachs. Kamerakunst, die vom 19. Februar bis 15. Mai 2022 gezeigt wird, widmet sich dem deutsch-schweizerischen Industriellensohn Gunter Sachs. In der Ausstellung werden zahlreiche Exponate aus seiner umfangreichen privaten Kunstsammlung – mit Werken von unter anderem Andy Warhol und Yves Klein – seinen eigenen, teilweise großformatigen und farbstarken, Fotografien gegenübergestellt. Sein Schwerpunkt lag auf Porträts sowie Akt- und Landschaftsaufnahmen – oftmals mit Claudia Schiffer als Modell. 

Ludwigsburg. Sechs Ausstellungen beherbergt das Residenzschloss Ludwigsburg. Das Keramikmuseum stellt einzigartige Schätze der keramischen Kunst aus, im Modemuseum ist Kleidung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert zu sehen. Die Barockgalerie präsentiert vor allem ausgewählte Werke der deutschen und der italienischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Carl-Eugen-Appartement zeigt die Räume, die sich Herzog Carl Eugen als privaten Rückzugsraum einrichten ließ und das Theatermuseum gibt Einblicke in die württembergische Theatergeschichte und zeigt auch einige originale Kulissen. In der Mitmachausstellung Kinderreich lernen Kinder ab vier Jahren das Schloss mit allen Sinnen kennen.

Marbach am Neckar. Im Geburtsort von Friedrich Schiller ist der große deutsche Literat allgegenwärtig. Die Museen des Deutschen Literaturarchivs, das Literaturmuseum der Moderne und das Schiller-Nationalmuseum, sind weltweit die einzigen, ausschließlich für die Ausstellung von Literatur genutzten Gebäude. Das Schiller-Nationalmuseum zeigt auf 450 Quadratmetern literarische Zeugnisse des 18. und 19. Jahrhunderts mit Schwerpunkt auf der Schwäbischen Dichtung. Neben Dokumenten von und über Schiller sind auch weitere deutsche Literaten wie Hölderlin oder Mörike vertreten. Aufgrund der Neukonzeption des Schiller-Nationalmuseums, ist die Dauerausstellung derzeit im Literaturmuseum zu sehen. Das Literaturmuseum der Moderne präsentiert das Schriftgut des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung Die Seele 2 stehen seit 7. November 2021 Fragen rund um Literaturarchive. Gezeigt werden über 180 Exponate aus den Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs von 1899 bis 2001. Noch bis 30. Oktober 2022 erforscht die Ausstellung Wie Literatur Welt+Politik macht anhand von Archivobjekten, wie Literatur „Welt“ entwirft und welche Rolle dabei kulturelle Muster, politische Systeme, soziale Gruppen und (inter-)nationale Verlagswege spielen. 

Bietigheim-Bissingen. Kunst ist in der Kleinstadt im Landkreis Ludwigsburg überall zu finden. Vor allem die historische Innenstadt zieren Skulpturen von Bildhauern des 20. Jahrhunderts. In der Städtischen Galerie liegt der Sammlungsschwerpunkt auf Linolschnitt / Hochdruck, Kunst der Region und Zeitgenössisches. Wechselnde Ausstellungen zur Klassischen Moderne und Gegenwartskunst erweitern die Sammlung.

Sindelfingen. Die Galerie der Stadt Sindelfingen, das Lütze-Museum, präsentiert 1.200 Werke der süddeutschen Kunst von 1870 bis in die Gegenwart und damit einen breit gefächerten Überblick über die Kunst des 20. Jahrhunderts aus den Genres Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Skulptur. Die Sonderausstellung RITUAL widmet sich noch bis 29. Mai 2022 der Bedeutung von Ritualen für ein gesellschaftliches Miteinander und für den Alltag. Das SCHAUWERK zeigt die Privatsammlung von Peter Schaufler und Christiane Schaufler-Münch, die über drei Jahrzehnte hinweg eine der beeindruckenden privaten Kunstsammlungen in Deutschland aufgebaut haben. Darunter sind Arbeiten der ZERO-Bewegung, einer Düsseldorfer Künstlergruppe aus den 1950er bis 1960er Jahren, Minimal Art, Konzeptkunst, Malerei und Skulptur. Aber auch Lichtarbeiten, Rauminstallationen und zeitgenössische Fotografie nehmen in den hellen, modernen Ausstellungsräumen einen wichtigen Platz ein. Noch bis 24. April 2022 ist die Einzelausstellung des britischen Künstlers Antony Gormley zu sehen. Zentrales Thema seines Schaffens ist der menschliche Körper und seine Beziehung zum Raum. Vom 22. Mai 2022 bis 12. Februar 2023 wird in der Ausstellung Raum und Gedächtnis, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, eine umfangreiche Retrospektive des Malers Ben Willikens gezeigt. 
 

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