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Zwischen Mittelalterstadt, barockem Gesamtkunstwerk, Schillers Spuren und Daimlers Geburtsort

Unterwegs in Esslingen, Ludwigsburg, Marbach und Schorndorf

Die Region rund um Stuttgart hat viel zu bieten. Nördlich von Stuttgart liegt Ludwigsburg, die Barockstadt und ehemalige Residenzstadt der Herzöge und Könige von Württemberg. Unweit von Ludwigsburg ist Marbach – die Geburtsstadt Friedrich Schillers zu erreichen. Östlich von Stuttgart, direkt am Neckar, befindet sich die geschichtsträchtige Mittelalterstadt Esslingen. Ebenfalls östlich, im Rems-Murr-Kreis, liegt Schorndorf – die Stadt, in der Gottlieb Daimler das Licht der Welt erblickte.

Mit ihren geraden, breiten Straßen, den zweigeschossigen, pastellfarbenen Bürgerhäusern, dem arkadenumsäumten Marktplatz und natürlich dem Residenzschloss ist Ludwigsburg ein barockes Gesamtkunstwerk. 1704 war die Grundsteinlegung für das Schloss Ludwigsburg. Mit 452 Räumen, 18 Gebäuden und drei Höfen ist es heute das größte erhaltene Barockschloss Deutschlands. Umgeben ist das Schloss von einer rund 30 Hektar großen Parkanlage, dem „Blühenden Barock“, die prachtvolle Gartenkunst aus mehreren Epochen beheimatet. Seit 1959 entführt der benachbarte Märchengarten seine Besucher in eine fantastische Welt voller Märchen und Sagen. Wo wohnt der Froschkönig? Wie sieht Dornröschen aus? Welche Streiche spielen Max und Moritz? Da lassen sich nicht nur die Kleinen gerne verzaubern.
Neben dem „Schwäbischen Versailles“ wartet Ludwigsburg noch mit zwei weiteren Schlössern auf. In Sichtweite zum Residenzschloss liegt das Schloss Favorite, dessen Fassade barock, das Innere aber im Stil des Empire eingerichtet ist. Sehenswert sind neben den kunstvollen Wandmalereien auch der über 72 Hektar große Natur- und Wildpark. Das Ludwigsburger Seeschloss Monrepos ist ein Rokoko-Meisterwerk mit Empire-Interieur. Unter Herzog Friedrich II. wurde es im klassizistischen Stil umgestaltet und möbliert. Im Sommer finden hier Konzerte statt – wie das große Open Air mit Barockfeuerwerk im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele.

Es gibt nicht viele Städte in Deutschland, in denen man so anschaulich Geschichte erleben kann, wie in Esslingen. Weit über 1.000 Jahre wurde an dieser Stadt gebaut. Davon zeugt die Altstadt mit ihren drei Rathäusern, der ältesten Fachwerkzeile Deutschlands sowie den prächtigen Patrizierbauten. Zu den Glanzstücken der Altstadt zählt die astronomische Uhr am Alten Rathaus. Unter dem Glockenspiel, das mehrmals täglich erklingt, verrät der Flügelschlag des Reichsadlers die Stunde. Das original erhaltene Uhrwerk von 1589 ist einmalig in Deutschland – denn es ist die älteste und einzige schmiedeeiserne Turmuhr mit astronomischem Getriebe. Noch heute treibt es die Zeiger und Figuren an. Über dieser Altstadtpracht thront seit beinahe 700 Jahren die Esslinger Burg. Einst war sie ein Teil der umlaufenden Stadtmauer, heute kann man dort noch Türme, Wehrgänge und Kasematten begehen. 
Auch über die Grenzen der Region hinweg ist Esslingen für seine lange Weinbautradition bekannt. Vermutlich brachten Mönche im Mittelalter den Weinbau ins Neckartal und machten die Stadt schnell zum Zentrum von Weinbau und -handel. Diese lange Tradition lockte 1826 auch Georg Christian Kessler nach Esslingen, wo er die erste Sektkellerei Deutschlands gründete. 

Alles begann in einem schönen Fachwerkhaus in Schorndorf. Dort wurde Gottlieb Daimler als Bäckerssohn im Jahr 1834 geboren. Heute dient das Geburtshaus in der Höllgasse, das von der Daimler AG erworben und restauriert wurde, als Museum und Tagungsstätte. Dort hängt auch die legendäre Postkarte, die Gottlieb Daimler 1872 an seine erste Frau schickte. Darauf markierte er sein damaliges Wohnhaus in Köln-Deutz und schrieb „Von hier aus wird ein Stern ausgehen…“. Da ist er zum ersten Mal aufgeblitzt der Stern, der später zum Markenzeichen der Stuttgart Automobilschmiede werden sollte. Daneben sind u.a. auch Daimlers Gesellenstück und das Notizbuch seiner Russlandreise zu sehen. Seine ausgedehnten Reisen und die begrenzten Möglichkeiten des Verkehrs waren Ausgangspunkt für eine weltverändernde Vision, der „selbsttätigen Fahrerei“. Seine Ideen, allesamt Meilensteine der Technik, setzte Daimler gemeinsam mit Wilhelm Maybach in seiner Werkstatt, einem Gewächshaus in Bad Cannstatt, um. Heute befindet sich in der Werkstatt in der Taubenheimstraße die Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte. In der Galerie für Technik in Schorndorf kann man, neben den technischen Errungenschaften, auch die Erfindungen Daimlers bestaunen. 

Hoch über dem Neckar thront zwischen Streuobstwiesen und Weinbergen die Schillerstadt Marbach am Neckar. Sie ist eine der ältesten Landstädte in Württemberg und durch den Stadtbrand 1693 zugleich eine von wenigen Städten mit einem nahezu geschlossenen Ensemble an Bauten aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1983 steht die ummauerte Altstadt unter Denkmalschutz. Am 10. November 1759 erblickte Friedrich Schiller – der berühmteste Sohn der Stadt – in der Niklastorstraße 31 das Licht der Welt. Lange Jahre in Vergessenheit geraten, wurde das Gebäude im Jahre 1812 identifiziert, und die Schillerverehrung in Marbach nahm ihren Anfang. Das Schiller-Denkmal befindet sich in der Parkanlage Schillerhöhe. Zum 100. Geburtstag Schillers wurde 1859 der Grundstein gelegt. Das Standbild nach Entwürfen des Bildhauers Ernst Friedrich Rau wurde in der Werkstatt Pelargus in Erz gegossen. Die literarischen Überlieferungen und die Wirkungsgeschichte Schillers haben im Schiller-Nationalmuseum auf der Schillerhöhe ihren Platz.

(745 Wörter im Artikel)

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